Forschungsthemen

Selbst mit einem Lipidgehalt von über 10% im menschlichen Körper standen Lipide im letzten Jahrzehnt nicht im primären wissenschaftlichen Fokus. Es wird jedoch verstärkt nachgewiesen, dass nichtgenetisch bestimmte Biomoleküle wie Metaboliten und Lipide der Schlüssel zur biomolekularen Regulation sind. Heute ist es offensichtlich, dass Lipide nicht nur für die Energiehomöostase und als umweltzelluläre Barriere wichtig sind, sondern auch einen zentralen Teil unserer Signalübertragungsmaschinerie ausmachen. Störungen des empfindlichen Lipidstoffwechsels korrelieren stark mit verschiedenen Krankheiten, wie z.B. Thrombozytopenie, metabolischem Syndrom, Diabetes, Fettleibigkeit und Hyperlipidämie. Dies gilt insbesondere für letztere, die ebenfalls ein Pandemie-Niveau erreichen und eine größere jährliche Gesundheitsbelastung verursachen als Infektionskrankheiten. Daher wird der Lipidstoffwechsel wieder zu einem aufstrebenden wissenschaftlichen Gebiet und ist heute ein zentraler Bestandteil der pharmakologischen Forschung (Statine, Cyclooxygenase-Inhibitoren). Die Mission der Lipidomics-Gruppe in Wien ist es, Lipide im Kontext ihrer Proteine (Enzyme) und Bausteine (Metaboliten) auf echte systembiologische Weise zu verstehen.